Der Sprinter
Der junge wie schwule Wieland gibt seiner Mutter zuliebe sein Dasein als
tanzbegeisterter Schöngeist auf, um in der Welt des Sports endlich ein
ganzer Kerl zu werden. Bölls erster Spielfilm ist eine originelle schwarze
Komödie, die sich ironisch mit Rollenbildern, Normalitätsauffassungen
und dem Leistungssport auseinandersetzt. Gedreht wurde u.a. auf dem Sportplatz
in Bochum Langendreer und in Wattenscheid.
Der Film gewinnt auf dem Komödienfestival in Vevey als erster
deutscher Film den Großen Preis. Wenn DER SPRINTER auch im Kino nicht so
richtig auf Touren kommt, wird er in fast allen Dritten Programmen der ARD
über 20 Jahre lang regelmäßig wiederholt und erlangt so einen
Kultstatus. Der Film lief auf Festivals in Saarbrücken (Max-Ophüls-
Festival, Förderpreis), San Francisco, Los Angeles und Kalkutta.
(Christoph Böll)