Uliisses
Der Film ist eine homerische Reise durch die Geschichte des Kinos. Sein Thema
ist der mythologische Odysseus von Homer, der Ulysses von James Joyce und die
synthetische Figur Telemach/Phil von Neil Oram. Werner Nekes faßte diese
drei Figuren zusammen und zeigt ihre Geschichte analog zur Geschichte der
Lichteratur", des Schreibens mit Licht=Film. Doch sein Hauptthema
ist die visuelle Sprache selbst. Odysseus/Bloom verwandelt sich in Uli, den
Fotografen, Penelope/Molly ist sein Modell, Telemach/Stephan wird Phil, der
seine "Telemachia" beginnt. Die Verknüpfung ihrer drei
Lebensläufe geschieht an einem Tag im September 1980 im Ruhrgebiet, vor
den Wahlen in der Bundesrepublik.
"Diese inhaltliche Gewebe-Struktur ist derart faszinierend, daß wir
beim ersten Sehen des Films uns nur ab und zu bewußt werden, was für
einen unglaublich komischen Film wir gezeigt bekommen. Die durchgängige
Ironisierung von Inhalt und Form wird vielen erst bei der nachträglichen
gedanklichen Rekapitulation des Gesehenen und Gehörten klar.
(Eva M. J. Schmid, Journal Film)